Materialien und Schraffuren

Bleistift- oder Graphitzeichnung

Geschichtliches

Der Bleistift mit seiner Graphitmine ist das typischste Zeicheninstrument. Graphit ist ein solides Mineral. Es besitzt einen metallischen Glanz und ist von fetter Substanz. Entdeckt wurde es 1560 in Cumberland im Norden Englands. 1640 kam es als Zeicheninstrument auch nach Frankreich. 1792, also während der Französischen Revolution, brach England seine Beziehungen zu Frankreich ab und stellte auch die Graphitlieferungen ein. Damals entwickelte der französische Ingenieur und Chemiker Nicolas Jacques Conté den sogenannten Contè-Stift aus einer Mischung von Graphit und Ton, die von Zedernholz umgeben wurde. Später vervollkommnete er seine Bleistifte, mit denen sich nun ein dunkles bzw. helleres Schwarz zeichnen ließ.

Stifte

Abstufungen der verschiedenen Härtegrade von BleistiftenDiese Merkmale wurden beibehalten und noch verbessert. Heutzutage stellen die Markenfabrikanten Bleistifte von unterschiedlicher Qualität und Gradiation her.

Es gibt Qualitätsbleistifte mit 19 Gradiationen, wobei Stifte mit der Markierung B in erster Linie für die künstlerische Zeichnung bestimmt sind, während sich Stifte mit der Bezeichnung H eher für technische Zeichnungen eignen.

Dann gibt es noch die Bleistifte in Standardqualität mit vier Gradiationen. Hierbei handelt es sich um die weichen Stifte 2B und B, sowie die harten Stifte H und 2H.

Bleistifte gibt es in den unterschiedlichsten Größen und Handelsformen, mit denen sich jeweils spezielle Striche und Wirkungen erzielen lassen. Die weichen Stifte (4B und 8B) eignen sich am besten für schnelle Striche, rasche Skizzen und zum Schwärzen sehr dunkler Stellen. Der 2B ist der am meisten verwendete Stift. Es ist ein weicher Bleistift, der intensive Schwarztöne erzeugt, aber auch weiche Grautöne und dünne Linien ermöglicht.

Radierer

Diverse RadiergummisNeben den Bleistiften wird auch noch der Radiergummi als Zeichengerät verwendet. Mit ihm lässt sich zum Beispiel das Weiß hervorheben, Begrenzungen anlegen etc.

Am besten eignen sich hierfür Radierer aus Knetgummi, die man so formen kann wie man es braucht, um auch die feinsten Aufhellungen zu erreichen. Zudem absorbiert der Knetgummi auch stärker als ein normaler Radierer.

Verwischen

Materialien zum VerwischenAls weiteres sehr wichtiges Hilfsmittel für die Bleistift- oder Graphitzeichnung verwendet man noch die Hände bzw. Finger. Sie dienen hier nicht nur zum Halten des Stiftes, sondern vor allem dem Verwischen der Farbe. Das Verwischen von Flächen oder Strichen dient der Verschmelzung, Schwärzung oder auch Aufhellung. Es ergeben sich weiche zarte Übergänge, die sich leicht der Struktur des Papiers anpassen und mit keinem Strich so zart hin zu bekommen ist. Alternativ kann man natürlich auch Wischer oder Estomben genannt verwenden. Diese gibt es in verschiedenen Größen und werden meist aus sehr saugfähigem Papier hergestellt. Diese Estomben werden im Übrigen auch bei Rötel- und Pastellzeichnungen verwendet.

Technik

Portrait von Angelina JolieDie Möglichkeiten des Bleistiftes sind praktisch unbegrenzt. Er ist das grundlegende klassische Instrument der Zeichenkunst. Zunächst und an erster Stelle redet man immer von der Bleistiftzeichnung, erst dann kommen die anderen Techniken. Er eignet sich nicht nur zum Schreiben, sondern auch zum Zeichnen von Bildern. Dabei besticht vor allem die Möglichkeit, sehr feine Linien zu zeichnen, was mit vergleichbaren Materialien wie Pastellkreide und Zeichenkohle nicht möglich ist. Besonders in klassizistischen Portraitzeichnungen und den für die Romantik typischen Landschaftszeichnungen wurde der Bleistift aufgrund seines feinen Striches häufig eingesetzt.

Altes Landhaus in EnglandDurch die kombinierte Verwendung von Bleistiften unterschiedlicher Härtegrade und veränderter Strichführung eröffnen sich fast unbegrenzte Möglichkeiten des Zeichnens. Von weichen zarten Linien bis zu harten dunklen Abgrenzungen und von blassen Schraffuren bis zu tief dunklen Flächen lässt sich alles mit dieser Zeichentechnik darstellen. Mit dem gezielten Einsatz des Verwischens verschwinden Linien und werden zu sanften Übergängen, die keinerlei Strichführung mehr erkennen lassen.


Quellen: José M. Parramón, Das große Buch vom Zeichnen und Skizzieren, Edition Michael Fischer, Stuttgart, 1988

Letzte Aktualisierung: 30.12.2014

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"Zeichnen ist die Kunst, Striche spazieren zu führen."
Paul Klee (1874-1940)


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