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Rötelzeichnung

Geschichtliches

Rötel gehört zu den Mineralfarben und besteht aus einer weichen Mischung von Ton und Hämatit, (Fe2O3), einem Eisenoxidmineral. Es wurde um das Jahr 1500 zum ersten Mal für das Zeichnen verwendet. Alle Kunsthistoriker sind sich darüber einig, dass Leonardo da Vinci es als erster Künstler benutzte.

Ebenfalls um das Jahr 1500, als sich die Arbeit auf farbigem Papier immer stärker verbreitete, begannen die Künstler, zur Betonung heller Flächen weiße Kreide einzusetzen. Von Botticelli, di Credi, Lippi, Perugino, Verrocchio und noch einigen weiteren Künstlern sind Beispiele dieser Technik bei Zeichnungen mit einer Metallspitze bekannt. Doch während Leonardo da Vinci mit Rötel auf cremefarbenem Papier zeichnete, wählten die meisten anderen Künstler jener Zeit eine Mischtechnik aus Rötel (oder Zeichenkohle), farbigem Papier und der Betonung der weißen Stellen durch Kreide. Diese Methode erreichte im 18. Jahrhundert mit Fragonard, Boucher und insbesondere Watteau ihren Höhepunkt, der die "Zeichnung mit drei Stiften" populär machte.

Stifte

Verschiedene in der Rötelmalerei verwendete Arten von RötelstiftenRötel wird als Stift in Holzfassung, als Stäbchen, gebrannt und ungebrannt, sowie als Mine zur Verwendung im Minenhalter angeboten und zwar in zwei bis drei unterschiedlichen Tönen. Die weiße Kreide ist bei der Rötelzeichnung ebenfalls ein gern verwendeter Kreidestift, der den Zeichnungen die hellen Lichtreflexe verleiht.

Neben den normalen fettfreien Rötelkreiden werden inzwischen auch fetthaltige Rötelkreiden angeboten, die sich allerdings mit einer gänzlich anderen Technik verarbeiten lassen, da diese weder verwischbar noch zu radieren sind.

Radierer

Diverse RadiergummisEbenso wie bei den Bleistiftzeichnungen wird neben den Rötelkreiden auch noch der Radiergummi als Zeichengerät verwendet. Mit ihm lassen sich zum Beispiel Aufhellungen bearbeiten, Begrenzungen anlegen etc.

Am besten eignen sich hierfür ebenfalls wieder Radierer aus Knetgummi, die man so formen kann wie man es braucht, um auch die feinsten Aufhellungen zu erreichen. Zudem absorbiert der Knetgummi auch stärker als ein normaler Radierer.

Verwischen

Materialien zum VerwischenEbenfalls als weiteres sehr wichtiges Hilfsmittel für die Rötelzeichnung verwendet man noch die Hände bzw. Finger. Sie dienen hier nicht nur zum Halten des Stiftes, sondern vor allem dem Verwischen der Farbe. Das Verwischen von Flächen oder Strichen dient der Verschmelzung oder auch Aufhellung. Es ergeben sich weiche zarte Übergänge, die sich leicht der Struktur des Papiers anpassen und mit keinem Strich so zart hin zu bekommen ist. Alternativ kann man natürlich auch Wischer oder Estomben genannt verwenden. Diese gibt es in verschiedenen Größen und werden meist aus sehr saugfähigem Papier hergestellt.

Technik

Rötelzeichnung mit fettfreien KreidenRötel eignet sich besonders für feine Strichzeichnungen, Portraits, Aktzeichnungen und figürliche Darstellungen. Die Rötelkreide erlangt besondere Bedeutung in der Zeichnung von Aktmodellen und Portraits, wo sie den Nuancenreichtum der Haut Töne besonders gut wiedergibt. Man benutzt sie vorzugsweise auf weißem oder hell getöntem Papier.

Grundsätzlich zeichnet man mit Rötelkreide ähnlich wie mit anderen Kreiden. Sehr feine, mit wenig Druck ausgeübte Striche bis hin zu markanten Linien zeigen die vielseitige Einsetzbarkeit dieser Kreiden. Durch Verwischen der aufgetragenen Striche erzielt man eine weiche, malerische Wirkung mit feinen Abstufungen im Farbton. Mit Hilfe weißer Kreide können Helligkeiten und Glanzlichter gesetzt werden, die auf farbigem Papier besonders gut zur Geltung kommen.

Rötelzeichnung mit fetthaltigen RötelstiftenBeim Zeichnen mit den fetthaltigen Rötelstiften ist ein Verwischen der Farben nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich. Bei dieser Form der Rötelzeichnung arbeitet man mehr mit verschiedenen Schraffuren und unterschiedlich starkem Druck um die verschiedenen Abstufungen in Farbton und Helligkeit heraus zu arbeiten. Diese ölhaltigen Rötelstifte lassen sich zudem auch sehr schwer bzw. kaum radieren, so dass ein Aufhellen oder Korrekturen fast nicht möglich sind. Als Untergrund eignet sich weißes, relativ glattes Zeichenpapier am besten.

Quellen:
José M. Parramón, Das große Buch vom Zeichnen und Skizzieren, Edition Michael Fischer, Stuttgart, 1988
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Letzte Aktualisierung: 30.12.2014

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"Die Kunst spricht von Seele zu Seele."Oscar Wilde (1854 - 1900)


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