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Bleistift Rötel Öl Slideshow

Pastelltechnik

Pastellzeichnung

Geschichtliches

Die Verwendung von Pastellkreiden geht zurück bis in das späte 15. Jahrhundert. Zu Beginn standen nur die Farben Schwarz, Weiß und Rot zur Verfügung. Michelangelo und Raphael setzten Pastellkreiden für ihre Skizzen ein. Die Hochblüte der Pastellmalerei lag im 17. und 18. Jahrhundert. Zu dieser Zeit wurde die Pastellmalerei vor allem in der Portraitmalerei genutzt, da die samtig-matte Oberfläche der Bilder den Portraits eine ganz besondere Leuchtkraft gibt. Eine der wichtigsten Vertreterinnen dieses Genres war die Venezianerin Rosalba Carriera (1675 - 1757), deren Portraits in ganz Europa überaus begehrt und beliebt waren.

Die venezianische Malerin Rosalba Carriera zeichnete zunächst in Venedig, dann in Paris und später in Dresden und London Hunderte von Portraits von Leuten ihrer Zeit mit Pastellstiften. In Frankreich entdeckte Quentin de La Tour, dass der von Carriera eingeführte Stil immer noch seine Anhänger besaß und widmete sich ein Leben lang dieser Technik: Er wurde der berühmteste Portraitmaler des 18. Jahrhunderts - allerdings nie der Beste.

Sind die Werke dieser Meister nun Zeichnungen oder Gemälde? Gemälde sind sie insofern, als das gesamte Papier mit Farbe bedeckt ist. Weniger als hundert Jahre später tauchte jedoch der größte Pastellkünstler aller Zeiten auf: Edgar Degas. Er blieb stets bei der Zeichnung: "Ich bin geboren, um zu zeichnen", pflegte er zu sagen.

Selbstportrait von Degas in Pastellkreiden

Pastellbilder können zu Recht als Gemälde betrachtet werden, und sie sind es vielleicht auch. Heutzutage neigt man jedoch dazu, sie als Zeichnungen zu bezeichnen.

Stifte

Jemand sagte einmal: "Pastellstifte sind das edelste, geschmeidigste und vermalbarste Malutensil", und diesem Ausspruch kann ich nur beipflichten. Pastellkreiden bestehen aus Erden und pulverisierten Pigmenten, die mit Wasser und Bindemitteln gehärtet sind. Sie enthalten jedoch weder Öle noch Lacke noch sonstige Bestandteile, die - bei allen anderen Farben einschließlich der Aquarellfarben - die Reinheit und den Reichtum an Farbe beeinflussen. Genau aus diesem Grund sind Pastellstifte so empfindlich und instabil.

Pastellkreiden im Koffer

Die Pastellkreiden sind deckend, können gemischt werden und helle Farben überlagern dunkle. Sie können und sollten verwischt werden. Verschmelzungen und Striche sollten miteinander abwechseln, wobei in erster Linie die Fingerspitzen und nicht Papierwischer eingesetzt werden sollten. Papierwischer sind ein trockenes Werkzeug, während die Haut unserer Fingerspitzen immer ein wenig transpiriert. Dieses Fett bindet und festigt Pastellfarben. So ist es möglich, zarte Farbübergänge und neue Farbnuancen auf das Papier zu zaubern. Um ein Verwischen der Farben zu verhindern, ist es wichtig zwischendurch zu fixieren. Dafür gibt es eigene Fixative bzw. können diese auch selbst hergestellt werden. Sollen mehrere Farbaufträge gewünscht sein, ist es wichtig, darauf zu achten, dass diese nur zart übereinander gelegt werden. Ist der Pigmenteauftrag zu kräftig, sinkt die Haftung der nachfolgenden Farbaufträge.

Pastellkreiden von Rembrandt

Pastellkreiden gibt es in den verschiedensten Formen. So gibt es die Kreiden mit rechteckigem Querschnitt (Faber-Castell, Cretacolor), mit rundem Querschnitt (Schmincke, Rembrand) oder in Stiftform mit Holzmantel angeboten (Stabilo CarbOthello, Cretacolor, Pitt). Die Hersteller bieten verschiedene Sortimente mit Pastellkreiden an. Das reicht von einfachen kleinen Kästen mit 12, 15, 24 oder 30 Farben und reicht bis zu großen Holzkästen mit bis zu 163 Farben.

Radierer

Ebenso wie bei den Rötelkreiden wird auch noch der Radiergummi als Zeichengerät verwendet. Mit ihm lassen sich sich zum Besispiel Aufhellungen bearbeiten, Begrenzungen anlegen etc. Am besten eignen sich hierfür ebenfalls wieder Radierer aus Knetgummi, die man so formen kann wie man es braucht, um auch die feinsten Aufhellungen zu erreichen. Zudem absorbiert der Knetgummi auch stärker als ein normaler Radierer. Man sollte für Pastellzeichnungen keinen anderen Radierer verwenden.

Diverse Radiergummis

Verwischen

Wie schon weiter oben erwähnt sind eines der wichtigsten Hilfsmittel für Pastellzeichnung die Finger. Sie dienen dem Verwischen der Farbe. Das Verwischen von Flächen oder Strichen dient der Verschmelzung oder auch Aufhellung. Es ergeben sich weiche zarte übergänge, die sich leicht der Struktur des Papiers anpassen und mit keinem Strich so zart hin zu bekommen ist. Alternativ kann man auch Wischer oder Etomben genannt verwenden. Zu empfehlen sind diese - wie oben beschrieben - nur bedingt für die Pastellzeichnung.
Materialien zum Verwischen

Technik

Die Haftung der Pigmente auf dem Papier ist schwach, deshalb sind Pastelle sehr empfindlich. Die Farben werden in staubigen Schichten aufgetragen und häufig mit dem Finger verwischt. Um überhaupt eine Haftung zu erzeugen, muss der Malgrund rau sein. Häufig werden speziell für diese Technik entwickelte Büttenpapiere, Canson- und Ingrespapier, Sansfix-Pastell- oder Passepartoutkarton, handgeschöpftes Naturpapier oder Papiere mit Veloursoberfläche genutzt. Die Papiere sind in verschiedenen Farben erhältlich, da die Farbe des Untergrundes besonders bei der Pastellmalerei die Wirkung des Bildes beeinflusst.

Pastellzeichnung einer Frau

Um die Haftung der Pigmente auf dem Malgrund zu gewährleisten, werden die Pastelle mit einem Fixativ behandelt. Dies erfolgt regelmäßig, wenn das Bild fertiggestellt ist, man kann aber auch während einzelner Arbeitsschritte Teile des Bildes fixieren. Trotz der Verwendung von Fixativen sind die Bilder sehr empfindlich und werden daher häufig verglast, um eine Berührung der Oberfläche zu vermeiden.

Pastellzeichnung einer Frau

Sauberkeit ist in der Pastellmalerei sehr wichtig. Die Farben verschmutzen leicht und nach dem verwischen sind auch die Finger verschmutzt. Man sollte also ständig auf die Sauberkeit der Farben und Finger achten, sie oft reinigen und sich die Hände waschen.

Unter dem Punkt Step by Step findet sich inzwischen eine Slideshow zur Entstehung eines Hundeportraits in Pastellkreiden. In dieser Slideshow sind die einzelnen Phasen der Entstehung dieses Hundeportraits festgehalten.

Quellen:
José M. Parramón, Das große Buch vom Zeichnen und Skizzieren, Edition Michael Fischer, Stuttgart, 1988
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Letzte Aktualisierung: 19.01.2014

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